Es ist kein Geheimnis: Die Projektarbeit beim Kunden ist vielseitig, fordert jedoch auch so einiges ab. Zwischen heißeren Projektphasen wünscht sich daher so manch einer die redlich verdiente Auszeit. Um diesem Wunsch nachzukommen, ermöglicht Senacor allen MitarbeiterInnen, sich im Rahmen eines Sabbaticals längere Zeit von der Arbeit freistellen zu lassen. Diese Möglichkeit wird auch rege genutzt, beispielsweise für Reisen, Weiterbildungen, private Projekte oder, – wie im Falle von Katharina – für den Start einer Promotion. Im Folgenden berichtet sie von ihrer Auszeit (07/20 – 11/20).

Motivation

Seit meinem Studienabschluss hegte ich die Idee, wieder an die Uni zurückzukehren, um zu promovieren. Außerdem war ich mittlerweile 30 Jahre alt und einige der Meilensteine, die ich mir bis dahin gesetzt hatte, waren noch offen, wie z.B. eine Radreise quer durch Deutschland. Außerdem war ich Besitzerin einer Leseliste, die riesige Ausmaße angenommen hatte, weil die Zeit zwar ausreichte, um Bücher hinzuzufügen - nicht aber, um sie dann auch zu lesen. Gleichzeitig war mir bewusst, dass ich, um all das anzugehen, mehr Zeit benötigen würde, als mir zwischen Projektarbeit und Alltag blieb, und so begann ich mich mit der Möglichkeit einer beruflichen Auszeit zu befassen.

Vorbereitung

Schnell wurde deutlich, dass die Planung eines Sabbaticals bei Senacor super unkompliziert und sehr unbürokratisch abläuft. Nach kurzer Klärung mit HR, Abstimmung mit meinem Chef und einer 10-monatigen Ansparphase startete ich in mein 5-monatiges Sabbatical mit dem Ziel, mich voll einer Promotion, der Radreise und meiner Leseliste zu widmen.

Die Vorbereitungen für die Fahrradtour waren schnell gemacht und die Leseliste ja sowieso schon vorhanden. Etwas schwieriger gestaltete sich hingegen die Suche nach einem geeigneten Promotionsthema und einem passenden Lehrstuhl. Ausgerechnet die Corona Krise verhalf mir schlussendlich zu beidem. Durch die Idee eines Kollegen erforsche ich nun seit April 2020 am Lehrstuhl für Open Source Software Development, wie Best Practices aus diesem Bereich uns dabei helfen können, aktuelle Herausforderungen des unfreiwilligen Home-Offices zu meistern und wie ein gutes Arbeitsmodell für die Zukunft aussehen könnte.

Erlebnisse

Meine besten Erlebnisse kann ich gar nicht so pauschal aufschreiben… es waren einfach insgesamt betrachtet eine der besten 5 Monate meines Lebens!

Hinsichtlich meiner Promotion habe ich viel Neues gelernt, hatte Zeit mich intensiv mit einem super interessanten Thema auseinander zu setzen und hoffe damit die Arbeitswelt von morgen - zumindest ein ganz kleines bisschen - mitgestalten zu können. Ich habe auf dem Weg auch einige Rückschläge einstecken müssen, wie z.B. die Ablehnung meines 1. Papers. Dabei ist mir jedoch bewusst geworden, dass genau solche Rückschläge oft dabei helfen dazuzulernen und weiter zu wachsen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt: Man sollte sich nicht so einfach von den eigenen Ideen abbringen lassen – wo ein Wille, da ein Weg. :-)

Insgesamt habe ich versucht, meine Zeit ungefähr gleichmäßig zu verteilen auf die Promotion, das Reisen sowie auf die Dinge, die mir wichtig sind: Freunde und Familie, spontane Trips ins Grüne mit unserem VW-Bus, Joggen, Radfahren und Lesen in Cafés oder an anderen schönen Orten. Am Ende meines Sabbaticals war ich, gestärkt durch die schöne freie Zeit, so voller Energie, dass ich mich fühlte als könne ich nun problemlos einen Marathon laufen, was ich dann als krönenden Abschluss am letzten Tag vor meinem Wiedereinstieg auch tat.

Seele baumeln lassen zu Hause
Unterwegs mit unserem Bus

Wiedereinstieg

Vor dem Wiedereinstieg habe ich lange mit mir gehadert, ob ich etwas Neues ausprobieren und in ein anderes Projekt wechseln sollte. Letztendlich habe ich mich dann jedoch dafür entschieden, wieder zu meinem vorherigen Kunden zurückzukehren, konnte dort aber ein neues Vorhaben übernehmen, sodass es nicht genau das gleiche Arbeitsumfeld war wie vor meinem Sabbatical.

Der Wiedereinstieg lief gut und reibungslos, was natürlich auch daran lag, dass ich die Kollegen, den Kunden und meinen Chef bereits gut kannte. Durch das von Corona bescherte Home-Office und die sehr ausgedünnten Abendveranstaltungen hatte ich auch nach meinem Wiedereinstieg Zeit weiter an meiner Promotion zu arbeiten - dann natürlich vor allem abends und am Wochenende, was das Ganze etwas verlangsamte. Da ich keinen Zeitdruck habe, ist das jedoch kein Problem.

Fazit

  • Für mich war spannend zu sehen, was ich mit meiner Zeit anfange, wenn ich super viel davon habe.
  • Ich war überrascht, wie einfach es geht ein Sabbatical zu nehmen und habe mich gefragt, warum das nicht viel mehr Menschen tun… :-)
  • Aufgrund von Familienplanung, Hausabbezahlung usw. war ich anfangs unsicher, ob es finanziell gesehen eine gute Idee ist ein Sabbatical zu nehmen. Mein Fazit hieraus: Es gibt ja gefühlt immer Dinge, die dagegen sprechen etwas zu tun, wenn man es aber will, dann sollte man es unbedingt EINFACH MACHEN! (Sonst macht man es unter Umständen nie…)

Buchtipps

Und hier noch ein kleiner Auszug aus meiner Leseliste:

  • Einfach machen! – Katharina Marisa Katz
  • Im Grunde gut – Rutger Bregman
  • Das Café am Rande der Welt – John Strelecky
  • Thinking, fast and slow – Daniel Kahneman
  • Wozu wir da sind – Axel Hacke
Am Promovieren
Seele baumeln lassen am Ammersee

Katharina Müller

Senior Consultant bei Senacor