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Familienleben und IT-Beratung – passt das zusammen? Wir sagen ja!

von | 16. November 2021 | Editor's Choice, Senacor

Si Tran

Si Tran

Lead Developer bei Senacor
Silvia Scheurich

Silvia Scheurich

Lead Developer bei Senacor

Gerade in der Corona-Pandemie war die Arbeit im HomeOffice für viele Familien belastend und entlastend zugleich. Durch die zusätzliche Anwesenheit zu Hause konnte der kinderbetreuende Partner entlastet werden. Gleichzeitig mussten viele Eltern den Ausfall der Kita-Betreuung kompensieren oder hatten im Homeoffice neben dem Job noch eine Vollzeit-Lehrtätigkeit zu stemmen.

Wie bekommen Kolleg:innen von Senacor ihre Arbeit und die Zeit mit dem Nachwuchs unter einen Hut? Wie verändert der Nachwuchs die berufliche Rolle?

Wir haben drei unserer Kolleg:innen gebeten, persönliche Einblicke in ihr Leben als Elternteil und als Berater:in bei Senacor zu geben:


Silvia, Lead Developerin, 1 Baby

Q: Wie ist dein aktuelles Arbeits-Setup?

Ich ging nach der Geburt meiner Tochter Eva im September 2020 in Elternzeit und habe mich in den sechs Monaten erst einmal auf meine Tochter und meine neue Aufgabe konzentriert. Wegen der Corona-Pandemie hatte ich wenig Kontakt zu Menschen außerhalb meiner Familie, trotzdem ist die Zeit rückblickend sehr schnell vergangen. Vor drei Monaten ging ich zurück in mein Team, in dem ich schon vor der Elternzeit beschäftigt war. Ich arbeite aktuell 15h/Woche verteilt auf drei Tage und habe diese Tage so gelegt, dass ich an den meisten Regelterminen teilnehmen kann. Ich habe einen langen Arbeitstag und zwei halbe Tage, an denen ich nur morgens arbeite.
Momentan arbeitet unser ganzes Team remote, was mir sehr entgegen kommt. Ich hoffe, dass ich auch nach der Pandemie hauptsächlich im Homeoffice arbeiten kann, auch wenn es schön wäre, meine Kollegen zumindest einmal pro Woche persönlich zu sehen.

An meinen Regelarbeitstagen muss ich pünktlich Schluss machen, auch wenn ich gerade mitten in einen Thema bin. Ich nutze daher auch gerne einmal den Mittagsschlaf meiner Tochter, um in den Rechner zu schauen, auf dem Laufenden zu bleiben oder in Ruhe nachzuarbeiten.
Da ich pro Woche mindestens fünf Stunden in Telkos verbringe, bleiben maximal 10 Stunden fürs Entwickeln, was schon recht knapp ist. Nächstes Jahr möchte ich meine Stundenanzahl wieder erhöhen.

Q: Hat sich deine Jobrolle im Vergleich zu früher verändert?

Da ich in Teilzeit arbeite, nehme ich mir vor allem zeitunkritische Themen, z.B. Abstimmungen fürs nächste Release, Reviews oder Umsetzungen, die nicht dringend sind. Den Lead in meinem Team hat ein Kollege übernommen, ich bin nicht mehr über alle Themen informiert und an vielen Entscheidungen nicht beteiligt. Für mich ist das okay und sogar angenehm, da er das sehr gut macht und ich – im Gegensatz zu früher – meinen Rechner ohne schlechtes Gewissen pünktlich zuklappen kann.

Q: Wie fühlt sich die Doppelrolle an?

Das Arbeiten fühlt sich an wie früher und macht mir Freude. Es tut mir gut, mein Gehirn wieder anzuwerfen und mich in komplizierte Sachverhalte einzudenken. Während meiner Arbeitszeit kümmert sich mein Partner um meine Tochter und hat dazu selbst seine Arbeitszeiten reduziert. Allerdings ist es echt anstrengend, im Homeoffice konzentriert zu bleiben, wenn Eva im Zimmer nebenan hörbar schlechte Laune hat. Außerdem finde ich es schwierig, mir die Zeit für Senacor-Zusatzthemen zu nehmen, die mir zwar wichtig sind, aber nicht den Kunden betreffen, daher „on top“ kommen und oft mit Onlineterminen in den Abendstunden verbunden sind.

Ich empfinde es als großen Vorteil, dass mein Partner und ich nun beide in dieser Doppelrolle sind, da unser beider Alltag dadurch mehr Überschneidungen hat und abwechslungsreicher ist.

Q: Wie ist die Akzeptanz bei Senacor und dem Kunden?

Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gesammelt: Mein Wiedereinstieg war problemlos, ich habe mich mit meinem Chef sehr schnell über meine Arbeitszeiten und die neue Rolle geeinigt. Mein Team und der Kunde nehmen Rücksicht auf meine Verfügbarkeit und versuchen Termine so zu legen, dass ich teilnehmen kann.

Q: Hast Du Tipps zur Vorbereitung für werdende Eltern?

Ich konnte vor der Elternzeit schwer einschätzen, wie sehr ich die Arbeit vermisse, letztendlich war es dann weniger als erwartet. Ich hatte mit meinem Chef ausgemacht, dass ich etwa ein halbes Jahr Auszeit nehme, dass es aber tatsächlich so kam ist eher Zufall. Ich würde empfehlen, den Wiedereinstiegszeitpunkt nicht schon vor der Geburt zu fixieren, um sich nicht selbst unter Druck zu setzen.

Ich hatte mich erst in meiner Schwangerschaft über Kitas in meiner Stadt informiert und überrascht festgestellt, dass Eingewöhnungen hier fast nur im September/Oktober stattfinden. In anderen Monaten ist es sehr schwierig, einen Platz zu erhalten. Außerdem muss die Anmeldung für September schon bis Mitte Februar erfolgen, um eine realistische Chance zu haben. Um dieses Thema sollte man sich also frühzeitig Gedanken machen.
Wir haben nun einen Krippenplatz und werden im Oktober mit der Eingewöhnung starten. Ich finde es super, dass sich mein Partner bis dahin zusammen mit mir um Eva kümmert und es für Eva genauso normal ist, Zeit mit ihm zu verbringen wie mit mir.


Daniel, Senior Consultant, 1 Kleinkind

Q: Wie ist dein aktuelles Arbeits-Setup?

In den ersten 12 Monaten nach Geburt meines Sohnes habe ich die obligatorischen 2 Monate Elternzeit wahrgenommen, meine Frau 12 Monate. Seit seinem ersten Geburtstag arbeite ich nunmehr an 4 Tagen pro Woche, meine Frau an 3 Tagen. Wir haben das Glück die Großeltern in unmittelbarer Nähe greifbar zu haben und können so die Kinderbetreuung ohne Kita stemmen.

Die Corona-Pandemie mit überwiegendem Homeoffice-Anteil hat die Familienorganisation deutlich einfacher gemacht. Ich schätze das höhere Maß an Flexibilität und den Wegfall der Totzeit für Pendeln und Hotel. Auch wenn der persönliche Kontakt zu den Kollegen in der Arbeit und informell beim Feierabendbier oder auf dem Bolzplatz abgeht.
Mit Ende der Pandemie werden wir voraussichtlich ein dauerhaftes „new normal“ finden und die Anwesenheit vor Ort im Team auf den Sprinttakt abstimmen. Das ist sehr gut!

Q: Hat sich deine Jobrolle im Vergleich zu früher verändert?

Meine Rolle im Projekt hat sich nicht verändert, meine Tätigkeiten sind gleich geblieben. Ich arbeite schlicht freitags nicht. Anfangs fiel es mir etwas schwerer bei volatilen Themen am Ball zu bleiben, da ich den Freitag oft auch zum Austausch mit den Teamkollegen genutzt habe. Das hat sich inzwischen gefangen.
Senacor-intern fällt es mir schwerer, an Meetings teilzunehmen, da diese überwiegend freitags stattfinden. Interviews kann ich ebenfalls nur an Nicht-Freitagen wahrnehmen.

Q: Wie fühlt sich die Doppelrolle an?

Gut! Durch meine Arbeitszeitreduktion kann ich deutlich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, was sich meist auch wunderbar mit eigenen privaten Projekten verbinden lässt. Meine Work-Life-Balance ist gut, der erhöhte Homeoffice-Anteil durch die Pandemie war hier ein zusätzlicher Booster. Ich kann meine Zeit deutlich flexibler einteilen, beispielsweise starte ich regelmäßig sehr viel früher in den Arbeitstag, dann ist auch ein „zweites Frühstück“ mit meinem Sohn möglich.

Beruflich bin ich insgesamt ausgeglichener mit sachlicherem Blick auf das Wesentliche.

Q: Wie ist die Akzeptanz bei Senacor und dem Kunden?

Sehr hoch, eine Akzeptanzfrage hat sich nie gestellt.
Die Arbeitszeitreduktion verlief unbürokratisch, mein Vorgesetzter hat das sofort unterstützt. Im Team bin ich weiter fest integriert, 4 statt 5 Tage haben hier keinen Einfluss.
Auf Kundenseite ist die Akzeptanz ebenfalls groß. Dass ich freitags nicht arbeite ist bekannt und gesetzt.

Q: Hast Du Tipps zur Vorbereitung für werdende Eltern?

3 Tipps für den Arbeitsalltag werdender Eltern:

  • Frühzeitig Weichen stellen, planen und informieren. Und sich selbst keinen Druck machen, die Variable Kind lässt sich nie vollständig auflösen.
  • Akzeptanz und Beibehaltung der Rolle
    sind auch abhängig vom jeweiligen Projekt(-umfeld), ggf. kann es sinnvoll sich rechtzeitig ein passendes Umfeld zu schaffen.
  • Bewusst entscheiden, ob eine gleichverteilte Arbeitszeitreduktion oder ein/mehrere freie/r Tag/e die richtige Wahl ist, und dann konsequent mit sich selbst sein.


Si, Lead Developer, 1 Baby, 1 Kleinkind

Q: Wie ist dein aktuelles Arbeits-Setup?

Seit der Geburt des ersten Kindes im Juli ’19 arbeite ich nur noch von Montag bis Donnerstag. Meine Lebensgefährtin arbeitet ca. 32h verteilt auf fünf Tage. Weiterhin waren wir jeweils neun Monate am Stück in Elternzeit.

Meine lange Elternzeit hat im November ’20 geendet. Im Februar ’21 bin ich erneut Papa geworden und befinde mich nun aktuell mit zwei Kindern im Homeoffice. Im Projekt sind aktuell noch alle im Homeoffice.

Q: Hat sich deine Jobrolle im Vergleich zu früher verändert?

Prinzipiell hat sich an der Tätigkeit selbst nichts verändert. Allerdings hat sich mit dem ersten Kind bereits sehr schnell bemerkbar gemacht, dass alles unplanbarer wird. Dass die Kinder krank sind und/oder sonst nicht betreut werden können, kommt immer mal vor. Sie sind quasi mein persönlicher „Chaos Monkey“ für das Projekt und aufgrund eines prägenden Moments achte ich inzwischen deutlich mehr darauf, dass wir einzelne Ausfälle im Team immer hinreichend kompensieren können.

Ansonsten sind auch meine Arbeitszeiten flexibler geworden. Wenn die Kinder am Nachmittag die Wohnung zerlegen, muss ich auch einmal zwischendurch mit denen auf den Spielplatz und die Restarbeit erledigen, wenn beide Kinder schlafen.

Aufgrund der 4-Tage Woche kommen firmeninterne Meetings aktuell zu kurz, da diese oft Freitags stattfinden. Als es mit dem Projekt vereinbar war, hatte ich auch eine Zeitlang montags meinen freien Tag gehabt, wodurch ich die Meetings wahrnehmen konnte.

Q: Wie fühlt sich die Doppelrolle an?

Die Doppelrolle als Papa und Lead Developer ist für mich schon herausfordernd, besonders in Zeiten von Corona und Homeoffice. Es kommt schon vor, dass ich das Gefühl habe nicht beiden Rollen komplett gerecht zu werden. Wenn ich im Homeoffice im Meeting sitze und beide Kinder lauthals schreien höre, dann meldet sich sofort mein schlechtes Gewissen.

Ansonsten hilft mir besonders die 4-Tage Woche, beides unter einen Hut zu bekommen. Für die Work-Life-Balance möchte ich das nicht mehr missen. Und trotz aller Herausforderungen ist es meiner Erfahrung nach auch mit den Projekten gut vereinbar.

Q: Wie ist die Akzeptanz bei Senacor und dem Kunden?

Die Akzeptanz ist sowohl bei Senacor als auch bei dem aktuellen Kunden sehr hoch. Solange das Projekt geordnete Wege geht und alle Parteien zufrieden sind, ist es am Ende des Tages ja auch egal, ob ich 4 oder 5 Tage arbeite. Weiterhin gab es bis jetzt eigentlich kaum Fragestellungen, die zwingend und dringend taggleich mit meiner Anwesenheit geklärt werden musste. Bis auf die Tatsache, dass ein Tag für Meeting-Zeitslots in vollen Kalendern fehlt, sind die Auswirkungen meiner 4-Tage Woche doch sehr überschaubar.

Q: Hast Du Tipps zur Vorbereitung für werdende Eltern?

Die erste Geburt wirft natürlich vieles im Leben um, aber auch das zweite Kind hat erneut eine „Findungsphase“ bei uns in der Familie hervorgerufen. Wir haben uns (sehr) frühzeitig darüber unterhalten, wie wir uns die Aufteilung der Elternzeit und die Betreuung danach vorstellen (Krippe: ja / nein?) und dementsprechend unsere Elternzeitplanung angepasst. Ebenso habe ich immer frühzeitig sowohl die Elternzeit als auch die 4-Tage Woche kommuniziert.

Das Verständnis war immer da und die Leute waren eher dankbar noch genügend Zeit für Planung und sanftem Übergang zu haben.

Fazit

Die drei Berichte zeigen, dass IT-Beratung und Familienleben durchaus vereinbar sind. Die jeweiligen Konstellationen sind dabei sehr individuell und ändern sich immer wieder, um sich an neue Situationen anzupassen. Natürlich kann es dabei auch mal stressig werden, denn Kinder bringen die ausgeklügeltsten Zeitpläne durcheinander. Trotzdem ist es für uns drei sehr bereichernd, vom Modell des „Vollzeitarbeit-Papas“ abzuweichen, der meist nur abends und am Wochenende Zeit mit seinen Kindern verbringen kann.

Auch in Zukunft freuen wir uns darauf, unsere Kolleg:innen in ihrer Entscheidung zur Elternzeit zu bestärken und ihnen den reibungslosen Wiedereinstieg zu ermöglichen. Senacor als Arbeitgeber unterstützt Eltern dabei unter anderem durch flexible Arbeitszeitmodelle und die prinzipielle Ermöglichung von Homeoffice.